Dietlind und Walter Gutknecht, Windflüchter Nr. 46, Graal-Müritz 1997

Die Villa Christiana wurde im Jahre 1906 im Jugendstil vom Architekten Peil für Herrn Hallier gebaut. Nur wenige Jahre später wurde es kurzfristig von Herrn Gustav Eggers, auch Besitzer der Strandperle, mit dem nebenstehenden Hirschhaus als Logierhaus betrieben.

Villa Christiana im historischen Bild.

Villa Christiana im historischen Bild.

Die Nachbesitzer, Herr Kapitän H. Grahl und dessen Tochter, Frau Mary Grahl, führten die schon damals mit modernem Komfort ausgestattete Pension weiter. Ende der 30er Jahre wurde das Haus als Müttererholungsheim der Volkswohlfahrt genutzt. Kurz vor Kriegsende dienten die Räume der Pension als Quartier für Kriegsverwundete der deutschen Wehrmacht.

Die schmiedeeiserne Einzäunung, die mit vielen Jugendstilelementen geschmückt war und dem Gebäude als würdige Ergänzung diente, wurde 1944 leider für Kriegszwecke eingeschmolzen.

Nach Kriegsende fanden hier Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten Deutschlands eine Bleibe. Später übernahm die kommunale Wohnungsverwaltung das Gebäude. Notwendige Instandsetzungen führten zum Umbau des Gebäudes im Jahr 1972 und veränderten die Ansicht total.

So wurden die schmückenden Veranden entfernt und durch feste Mauern ersetzt.Nach der Wende übernahm der Neffe der letzten Besitzerin, Frau Emmy Grahl, Herr Dr. Jörn Schoof , das Haus. Leider war es nun nicht mehr möglich, dem Gebäude seinen ehemaligen Charme aus der Gründerzeit zu verleihen. Trotzdem hat es sich sehr zu seinem Vorteil verändert und schmückt nun wieder die Kurstraße im Ortsteil Graal.

Seit 1993 werden in dem Traditionshaus wieder Feriengäste beherbergt.